Basketball Co@ches Corner

von Günter Steppich

FREILAUFEN / LÖSEN VOM VERTEIDIGER

1. Um außen angespielt zu werden:
Um sich von jemandem zu LÖSEN, ihn abzuschütteln, muss man erst einmal KONTAKT mit ihm haben. Logisch? Logisch! Vielen Spielern ist diese Grundregel aber offensichtlich nicht klar. Sie laufen hin und her, vor und zurück, immer am Verteidiger vorbei, und wundern sich, warum sie nicht freikommen. Dabei ist die Sache so einfach:
Laufe direkt auf ihn zu, nimm mit dem angewinkelten Unterarm Kontakt auf (aber ohne ihn zu umzurennen oder zu stoßen!), stoppe ruckartig ab, indem Du einen Fuß zwischen seine Füße stellst, und drücke Dich von diesem Fuß kräftig in die andere Richtung ab – so hat der Verteidiger keine Chance, Dir schnell genug zu folgen. Halte dabei immer Blickkontakt mit dem Ballbesitzer und zeige dann als Ziel für den Pass die dem Verteidiger abgewandte Hand! Diese „Rein-Raus-Bewegung“ nennt man auch „I-Cut“, in Anlehnung an die Form des Buchstabens „I“.
Eine zweite Möglichkeit freizukommen, ist der „V-CUT“. Dabei läufst Du wieder von der Flügelposition in Richtung Zone, nimmst Kontakt auf wie beim I-Cut, löst Dich jetzt aber nicht nach außen, sondern nach oben zur Ecke der Freiwurflinie. Dabei kannst Du auch hinten um den Verteidiger herumlaufen oder ein „ROLLING“ machen, d.h. Dich praktisch um ihn herumwickeln: wenn Du nach rechts willst, stellst Du Deinen rechten Fuß zwischen die Füße des Verteidigers und machst dann mit dem linken Bein eine halbe Drehung zum Ball hin, so als wäre Dein rechtes Bein die Nadel und Dein linkes der Bleistift eines Zirkels. Jetzt hast Du den Gegenspieler im Rücken und bist sicher anspielbar.
Solltest Du jetzt immer noch nicht frei sein (vielleicht konnte Dein Mitspieler gerade nicht passen), machst Du ein sogenanntes „POP-OUT“, d.h. Du löst Dich explosiv („POP!“) nach außen, indem Du Dich kräftig vom Innenfuß (d.i. der, der näher zur Zone steht) abdrückst. Kommst Du mit diesen Mitteln nicht frei, dann schlage das Stichwort „STACK“ auf.
2. Beim Schneiden in die Zone:
Hier gilt das gleiche Prinzip: auf den Verteidiger zulaufen, Kontakt aufnehmen, dann schnell die Richtung wechseln. Wenn Du zu früh, ohne Kontakt aufzunehmen, zum Ball schneidest, kann sich Dein Gegner leicht darauf einstellen. Auch wenn Du von der schwachen Seite (Ballgegenseite) zum Korb schneidest, laufe erst hin zum Verteidiger (der wahrscheinlich abgesunken ist) und löse Dich dann zur Freiwurf- oder Grundlinie hin.
3. Als Dribbler:
Dribbelst Du nach vorne und ein Verteidiger ist zwischen Dir und dem Korb, dann dribble zunächst direkt auf ihn zu. So zeigst Du ihm nicht, zu welcher Seite Du willst. Wenn Du zu früh in die beabsichtigte Richtung dribbelst, kann er Dein Tempo aufnehmen und Dich zur Seite abdrängen. Indem Du auf ihn zu dribbelst, frierst Du ihn regelrecht ein und wenn Du erst kurz vor ihm „abbiegst“ hat er keine Chance, weil er erst einmal beschleunigen muss.

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