Konzeption Minibasketball TV Lich

Turnverein 1860 Lich e.V.


Abteilung Basketball, Jugend – Management







Thomas Maul


Bergstraße 20
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Dirk Müller


Egelseeweg 23
35423 Lich
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Trainerfortbildung


Samstag, 14.November 1998


Thema: Minitraining


ausgearbeitet von:


Dirk Lehmann – Lindenstraße 6 – 35423 Lich – Birklar – Tel.: (06404) 660598 – Fax: (06404) 660397


 


I. Minibasketball


Wir wollen uns im weiteren Verlauf zunächst einmal mit den Zielen, Inhalten und einigen theoretischen Aspekten zum Minitraining befassen, ehe in einem zweiten Teil eine Vielzahl von Übungs- und Spielformen zum Thema Minibasketball vorgestellt werden.


Was sollte das Minibasketball – Training bieten ?


a) kindgemäße, allgemeine sportmotorische Ausbildung mit Schwerpunkt im koordinativen Bereich


b) psychische und soziale Ausbildung (z.B. Motivation, (Spiel-)Intelligenz, Gemeinschaft, usw.)


c) eine Einheit von Grundlagentraining und Erziehung


d) einen Trainer als Vorbild (freundlich und aggressionsfrei, sachlich, kompetent, pünktlich, zuverlässig, …)


e) jede Menge abwechslungsreiche Spielformen


II. Planung des Minibasketball – Trainings


Geht man davon aus, daß Kinder etwa 3 Jahre Minibasketball spielen, so ist es notwendig, eine Grobplanung der Trainingsinhalte und Trainingsziele vorzunehmen.


Das erste Jahr, in dem die Kinder ca. 6 – 8 Jahre alt sind, kann nur als allgemeiner Spielunterricht mit dem Basketball verstanden werden. Man schafft die körperlichen Voraussetzungen, damit die Kinder den konditionellen Anforderungen eines Minibasketballspiels genügen können. Der Umgang mit dem Ball in den Grundtechniken Dribbeln, Passen, Fangen und Korbwurf ist in der Grobform das Ziel, ohne daß man erwarten kann, daß alle Kinder erreichen. Die Spielformen werden dabei so ausgewählt, daß sie in der Hauptsache eine allgemeine (sportartübergreifende) Grundausbildung gewährleisten, und daß die Kinder nach und nach die Spielidee und die Regeln des Minibasketballspiels erfahren. Hierzu gehört zum Beispiel die Tatsache, daß das Spiel zwischen zwei Mannschaften in entgegengesetzte Richtungen gespielt wird, und jeder Spieler dabei angreifen und verteidigen muß. Die Foulregel sollte weitgehend eingehalten werden, die Schrittregel bekannt sein.


Im zweiten Jahr (7 – 9 Jahre) lernen die Kinder das regelgerechte Minibasketballspiel. Intensive Bewegung entwickelt weiterhin die Kondition. Die Grundtechniken werden in Grob- und Feinform von allen Kindern erlernt. Der Korbleger ist z.B. für alle Kinder bezüglich seiner Technik kein Problem mehr, die Trefferquote ist hingegen noch sehr verschieden. Dasselbe gilt u.a. für den Positionswurf, der nicht weiter als aus 2 – 3 Metern Entfernung ausgeführt werden sollte, damit die Kinder aufgrund mangelnder Kraft keine falsche Wurftechnik entwickeln, die später nur schwer zu korrigieren ist. Die Kinder sollen an den Rundenspielen im Verein teilnehmen, um so in den vielfältigen Spielsituationen Erfahrungen zu sammeln, die ihnen das Training nur begrenzt vermitteln kann. Wichtig ist in diesem Abschnitt auch das Erlernen der Grundregeln des Mannschaftssports wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit im Training und beim Spiel.


Im dritten Jahr (8 – 10 Jahre) können die Kinder weitgehend regelgerecht Minibasketball spielen. Bei bewegungsintensiver Ausnutzung der Trainingszeiten wird die in den vorangegangenen Jahren entwickelte

enorme Kondition weiterhin verbessert und stabilisiert. Die Techniken werden nach und nach verbessert und in ihrer Anwendung im Minibasketballspiel geübt. Einfaches „taktisches“ Zusammenspiel im Angriff zwischen mehreren Mannschaftsmitgliedern wird erlernt. In der Verteidigung sollten die Kinder in der Mann-Mann- Verteidigung die Verantwortung für einen Gegenspieler voll übernehmen, um das ausschließlich ballorientierte Deckungsspiel langsam abzubauen. Die Kinder üben Organisationsaufgaben zu übernehmen und sind in der Lage, für ihre Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit selbst verantwortlich zu werden.

III. Ziele des Minibasketball – Trainings


Motorische und biologische Ziele


KONDITION (Entwicklung des Bewegungs- und Halteapparates)


Ø

Kraft

Ø

Schnelligkeit

Ø

Ausdauer

Ø

Beweglichkeit

Ø

Gewandtheit

KOORDINATION (Entwicklung des Zentralnervensystems)


Ø

Präzision

Ø

Rhythmus

Ø

Antizipation

Ø

Bewegungsfluß

Ø

Bewegungsverbindung

TECHNIK (Entwicklung der basketballspezifischen Grundtechniken)


Ø

Dribbeln

Ø

Passen / Fangen

Ø

Stopptechniken

Ø

Korbleger

Ø

Positionswurf

Ø

Verteidigungsbewegungen

Psychische und soziale Ziele


MOTIVATION







Ø

Spaß am Spiel

Ø

Leistungsmotivation

Ø

Lernmotivation

·

Viele Spielformen (weniger Übungen)

·

Wenige, sachliche Kritik

·

Relative Leistungsverbesserung verdeutlichen

·

Lob

SELBSTVERTRAUEN







Ø

Stärken und Schwächen erkennen

Ø

Erfolg und Mißerfolg verkraften

Ø

Sieg und Niederlage verkraften

·

Differenzierter Unterricht

·

Lob

·

Jeder muß einmal gewinnen und verlieren

·

Ergebnis sekundär, Handeln primär

INTELLIGENZ







Ø

Kenntnisse (Technik, Regeln, Taktik)

Ø

Wahrnehmung

Ø

Reaktion

Ø

Konzentration und Aufmerksamkeit

Ø

Kreativität

Ø

Spielfähigkeit

·

Vielfältige Reize setzen

·

Bewegungsvorstellung vermitteln

·

Vor- und Nachteile korrekter / falscher Bewegung erklären

·

Individualtaktische Grundelemente vermitteln (Merksätze)

·

Offenheit der Handlungen gewährleisten

·

Spielsituationen erfahren lassen

GEMEINSCHAFT







Ø

Regeln anerkennen

Ø

Funktion des Schiedsrichters erfahren

Ø

Einfügen und Einbringen in Gruppen

Ø

Rollen übernehmen und anerkennen

·

Vorbild des Trainers

·

Regeln selbstständig einhalten

·

Alle gleichberechtigt, unabhängig von der Leistung

·

Aufgaben verteilen

·

Verantwortung übertragen

 


IV. Inhalte des Minibasketball – Trainings


1) Spiele mit Ball


Die Spiele mit Ball bilden den Hauptteil des Minibasketball – Trainings. Sie sollten zu Beginn des Trainings (1. Jahr) gemeinsam mit den Spielen ohne Ball etwa 75 % der Zeit einnehmen und im Verlauf des zweiten und dritten Jahres, in dem die Kinder sich mit Minibasketball beschäftigen, höchstens auf 65 % abnehmen. Dabei werden kleine Spiele, in denen die Grundtechniken und das Anpassen an Spielsituationen gelernt und geübt werden, abgewechselt mit Spielen, in denen so nach und nach die Grundgedanken des Basketballspiels vermittelt werden. Die Basketballregeln finden bei der Anwendung der Technik im Verlaufe der Zeit immer stärkere Beachtung,


2) Spiele ohne Ball


Die Spiele ohne Ball lockern insbesondere zu Beginn des Minibasketball – Trainings dieses auf, sind sehr gut geeignet zum gezielten Aufwärmen und ermöglichen eine intensive konditionelle und koordinative Ausbildung der Kinder. Der anfänglich sehr schwierige Umgang mit dem Ball überfordert die Kinder sehr häufig in ihrer Konzentration und verhindert eine höhere Intensität und Belastung bzw. den gewünschten Erwärmungseffekt. Dies sollen die kleinen Spiele ohne Ball ermöglichen. Hier bietet sich eine Fülle von Spielformen an, von denen im Anschluß nur einige aufgezeigt werden können.


3) Übungen mit Ball


Das Einschieben der Übungen mit Ball ist notwendig, um Erlernen und Korrigieren der Grundtechniken zu ermöglichen. Bei allen beschriebenen Übungen soll der Basketball auch ab und zu durch einen anderen Ball (z.B. Medizinball bei Paßübungen) ersetzt werden, um die allgemeine Ballgeschicklichkeit zu fördern und u.a. die Motivation zu steigern.


4) Übungen ohne Ball


Diese Form von Übungen bildet nur einen äußerst geringen Anteil am Minibasketball – Training. Bei allen Übungen können Kindern immer zuerst Bewegungsaufgaben gestellt werden, die sie veranlassen, freie Bewegungsformen zu suchen. Erst danach sollen die nicht gefundenen, aber erwünschten Bewegungsformen vorgegeben werden (.z.B. Stoppen aus hohem Tempo).


V. Übungs- und Spielformen für das Minibasketball – Training


1) Spielformen ohne Ball (Aufwärmspiele)







Quadratstaffel


Nach dem Startzeichen laufen die Nummern 1 der vier Gruppen los und versuchen, sich während eines Umlaufs einzuholen; danach versuchen es die Nummern 2, usw.







Schwarz oder Rot


Beim Ruf „Schwarz“ oder „Rot“ laufen alle zu der entsprechenden Linie und fassen einen der dort liegenden Gegenstände (z.B. Ball) an. Wer keinen freien Gegenstand mehr findet, scheidet aus. Das Spiel wird mit weniger Gegenständen fortgesetzt.







Pendelstaffel


Die Nummern 1 laufen los und schlagen die Nummern 2 ab, diese laufen los und schlagen die Nummern 3 ab, usw.







Abfangen


Auf ein Startzeichen laufen die an der Linie A


Stehenden bzw. die auf der Höhe B Sitzenden los.


Die A-Spieler versuchen die B-Spieler abzufangen,


bevor diese die Ziellinie C erreicht haben.


 







Schwänzchen fangen


Jeder bekommt ein Schwänzchen (Parteiband, Sprungseil, wird hinten in die Hose gesteckt). Alle versuchen, möglichst viele Schwänzchen zu erobern und das eigene zu schützen (ohne es mit der Hand festzuhalten).


 


2) Spielformen mit Ball


Dribbling







Partnerfangen


Beide dribbeln, ein Spieler versucht, seinen Partner mit der freien Hand abzuschlagen; nach dem Abschlag erfolgt ein Rollentausch







Autoscooter


Alle Spieler dribbeln auf engem Raum (z.B. Zone), ohne gegenseitig anzustoßen.


Variation:


·

unterschiedliche Fortbewegungsarten

·

Tempovariation

·

bewußtes „Rempeln“

·

gegenseitig Bälle wegschlagen

 







Begrüßung


Während alle dribbeln, begrüßen sie sich beim Zusammentreffen mit Handschlag – rechte Hand –

sich in die Augen schauen – kurzes Gespräch (Name, Geburtstag, …) und dabei weiter dribbeln.

Fußarbeit (Stoppen)







Bäumchen wechsel dich


Alle Spieler stehen in einem Kreis (Reifen / Sprungseil) – bis auf einen. Auf sein Kommando „Bäumchen wechsel dich“ versuchen alle einen neuen Reifen zu erreichen und darin mit Sprungoder Schrittstopp zu landen. Der Spieler, der keinen Reifen erreicht hat, gibt als nächster das Kommando.


Passen / Fangen







Zielball


Der Medizinball M ist über die gegnerische Linie zu befördern. Die Mannschaften werfen abwechselnd. Der Wurfabstand richtet sich nach dem Können der Spieler (hier sind es 3 m).







Balljagd


Durch Abzählen werden in einem Spielkreis zwei Parteien gebildet. Je ein Spieler jeder Mannschaft erhält einen Ball und steht in der Mitte des Kreises. Im Uhrzeigersinn paßt nun nacheinander der Spieler in der Mitte seinen Mitspielern zu. Welche Mannschaft hat die andere zuerst eingeholt ? Welche Mannschaft erzielt die meisten Pässe ?


Positionswurf







Roulette


Ein Spieler wirft von der Freiwurflinie (oder näher) einmal auf den Korb. Vor seinem Wurf „setzen“ alle anderen auf Mißerfolg oder Erfolg, indem sie auf der Endlinie stehenbleiben (=Mißerfolg) oder einen Schritt vorgehen (=Erfolg). Wer falsch getippt hat, sprintet (dribbelnd) zur gegenüberliegenden Endlinie und zurück; der Werfer muß bei einem Fehlwurf mitsprinten. Jeder Spieler darf einmal werfen.







Die Leiter


Die jeweilige „Sprosse“ darf erst dann verlassen werden, wenn der Ball im Korb ist. Die Wurfart steht frei oder wird vorgeschrieben.







Tour de France


Jeder Spieler wirft von jeder „Etappe“ aus und darf erst nach Korberfolg zur nächsten „Etappe“. 2 – 3 Durchgänge


Verteidigung







Glucke und Geier


Vor einer Glucke, an die sich mehrere Küken mit Hüftfassung angehängt haben, steht ein Geier, der das letzte Küken fangen (abschlagen) will. Die Glucke versucht, dies aufopferungsvoll zu verhindern, indem sie sich immer zwischen Geier und Küken stellt.







Bälle klauen


Alle dribbeln und versuchen, ohne Körperkontakt sich die Bälle wegzuschlagen (verlorenen Ball wieder holen !)
Variation:


·

Wer einen Ball erobert hat, dribbelt so lange wie möglich mit zwei Bällen

·

Zusätzlich zusätzlich darf man mit der rechten Hand dem anderen einen Klaps auf das Gesäß geben.






Schwarzer Mann


Wie bekannt, nur daß alle bis auf den „Schwarzen Mann“ dribbeln. Wer seinen Ball an den schwarzen Mann verloren hat, hilft ihm zusätzlich, so daß die Zahl der Fänger ständig größer wird.







Aufräumen


Ein Jäger ohne Ball erobert von den anderen Dribblern einen Ball und legt ihn in den Ballwagen. Jeder Spieler ohne Ball wird zum Helfer des Jägers bis alle Bälle weggeräumt sind.







Bauer und Fuchs


Zwei Mannschaften stehen an den Schmalseiten des Spielfeldes; ein Ball liegt in der Mitte. Der Spielleiter ruft deine Nummer (z.B. 3). Daraufhin laufen 3‘ und 3‘‘ zum Ball. Wer diesen zuerst berührt, hat 20 Sekunden Zeit, um zu seiner Seite zu dribbeln, wobei ihn der andere ständig behindert. Wenn 3‘ es nicht schafft, erhält die Gegenpartei einen Punkt.


Gruppentaktik







Torwart – Basketball


Zwei Mannschaften (3 – 6 Spieler) spielen gegeneinander; sie versuchen ihren Torwart, der auf einem kleinen Kasten in Korbnähe steht, so anzuspielen, daß er den Ball, ohne den Kasten zu verlassen, fangen kann. Danach darf der Torwart ohne Behinderung vom Kasten aus auf den Korb werfen. Nach Korberfolg (= 2 Punkte) erhält die Gegenpartei den Ball, bei Fehlwurf ist der Ball zum Spielen frei.







Drei gegen Drei gegen Drei


Drei sich farblich unterscheidende Mannschaften spielen abwechselnd gegeneinander. A verteidigt, B greift an, und nach Korberfolg oder Ballverlust von B startet A einen Angriff auf den gegenüberliegenden Korb, an dem C als Verteidiger wartet usw.







Spiel 3 gegen 3 mit Helfer


3 gegen 3 auf einen Korb. Der Helfer steht an der Freiwurflinie. er spielt immer mit den Angreifern, darf aber nicht auf den Korb werfen (Sternschritte sind erlaubt). Nach Korberfolg beginnt die andere Mannschaft das Spiel wieder an der Mittellinie.







Parteiball


Zwei Parteien (3 – 5 Spieler) spielen gegeneinander mit dem Ziel, möglichst lange den Ball in ihren Reihen zu halten. Welche Mannschaft erreicht die meisten Abspiele ?


Variation


·

mit und ohne Dribbling

·

mit neutralem Helfer, der auf einem kleinen Kasten steht und immer mit der ballbesitzenden Partei spielt.

 


3) Übungsformen mit Ball


Dribbling







Dribbling mit zwei Bällen


Versuche mit zwei Bällen alles das zu tun, was du mit einem schon kannst.

Variation:

·

Einen Ball mit dem Fuß, einen mit der Hand






Dribble „liebevoll“


(nicht schlagen !) im Stehen, Knien, Sitzen, Liegen, Laufen: hoch/tief – schnell/langsam – rechts/links – an die Wand – …







Dribbeln paarweise


2 Spieler bilden ein Paar und dribbeln gemeinsam:


·

mit Handfassung

·

Schulter an Schulter

·

Rücken an Rücken

 


Passen / Fangen







Aufstehen und Fangen


Der Spieler sitzt (kniet) auf dem Boden, spielt einen Paß in die Luft, steht auf und fängt den Ball.







Zwei Bälle zuspielen


Zu zweit werden sich zwei Bälle zugespielt. Dabei


spielt einer einen Druckpaß, der andere einen


Bodenpaß.


Variation


·

Paßarten

 







Passen und laufen


Spieler 1 paßt zu Spieler 2 und läuft anschl. hinter Spieler 6; inzwischen paßt Spieler 2 zu Spieler 3 und läuft hinter Spieler 5 usw.


Variation:


·

Paßart






Ball durch die Gasse passen


Die Spieler sitzen sich gegenüber und bilden so eine Gasse. Der Ball wird durch die Gasse gepaßt. Nach dem Paß steht der Spieler auf und läuft schnell an das Ende seiner Reihe, wo er sich wieder hinsetzt.


Variation


·

verschiedene Bälle (z.B. Medizinball)






Außen- und Innenkreis


Die beiden Kreise bewegen sich in entgegengesetzter Richtung. Die Pässe gehen von einem Kreis zum anderen, ohne daß ein Spieler dabei einen Schrittfehler macht.







Die große Acht


Die beiden Kreise laufen in entgegengesetzter Richtung. Die Pässe gehen immer schnell von einem Kreis zum anderen (ohne Schrittfehler).







Über die Kreuzung


Eine Mannschaft spielt sich Brustpässe, die andere Bodenpässe zu; nach einem Paß wechseln die Spieler die Seite.


Verteidigung







Dribbler abdrängen


Der Verteidiger versucht mit Gleitschritten (ohne Körperberührung), den Dribbler in einem vorgegebenen Korridor zur rechten oder linken Seitenlinie abzudrängen. Rollentausch nach einer Bahn oder bei Erfolg des Verteidigers.







Reifen verteidigen


Ein Angreifer dribbelt gegen einen Verteidiger mit dem Ball in einen der beiden Reifen. Bei größerem Abstand der Reifen wird die Aufgabe für den Verteidiger schwieriger.


 


4) Übungen ohne Ball


Korbleger







3er Rhythmus


einfache Vorübung für den 3er Rhythmus, noch ganz ohne Orientierung zum Korb. Ein Gegenstand wird an einem Seil z.B. durch einen Ring gelassen, so daß er für die Spieler erreichbar ist. Absprung auf einem Bein im „Korbleger-Rhythmus“


Fußarbeit (Stoppen)







Zusammenstoß verhindern


Zwei Spieler laufen aufeinander zu, Sprungstopp und berühren sich dann vorsichtig mit den Händen.

Verteidigung






Verkehrsspiel


Lehrer / Trainer regelt den „Verkehr“, alle Spieler


bewegen sich mit Gleitschritten nach seinen


Handzeichen seitwärts, vorwärts, rückwärts und


starten bei Pfiff durch (= Sprint zur


gegenüberliegenden Seite).


 







Fußkampf


Zwei Spieler versuchen, sich gegenseitig von oben leicht auf die Füße zu treten und sich dabei an den Schultern zu fassen.


Variation


·

Sich mit den Händen an die Waden schlagen

 


VI. Technikbeschreibungen


DRIBBELN


Ein- oder mehrmaliges Prellen des Balles mit einer Hand im Stand oder in der Bewegung. Beim Fortbewegen


mit dem Ball muß sofort mit dem Dribbling begonnen werden.


Kreuzschritt: linken Fuß vorsetzen, wenn die rechte Hand mit dem Dribbeln beginnt (und umgekehrt)


Paßschritt: linken (rechten) Fuß vorsetzen, während die linke (rechte) Hand mit dem Dribbling beginnt







Blick weg vom Ball


rechte oder linke Hand dribbelt (Finger gespreizt)


Ball aus dem Handgelenk hinunterdrücken, nicht schlagen


Ball zum Körper „ansaugen“


PASSEN UND FANGEN


Alle Paßarten ein- oder beidhändig, mit (indirekt) oder ohne Bodenberührung (direkt), sind üblich

.

Am häufigsten verwendet wird der beidhändige

Druckpaß. Beim Fangen von Bällen werden die Arme nach vorne gestreckt, die Finger gespreizt (die Daumen und Zeigefinger bilden ein „W“), und der Ball zum Körper herangezogen.





Ball zum Körper ansaugen


Einen Fuß zurücksetzen


Arme strecken


Handgelenke abknicken


einen Fuß vorsetzen


POSITIONSWURF











Ellenbogen zeigt zum Korb Wurfhand unter den Ball
linke Hand stützt seitlich
(rechten) Fuß
leicht vorsetzen
Handgelenk abknicken
Wurfarm strecken
Körper aufrichten
Beine strecken





Für Linkshänder entsprechend umgekehrt


KORBLEGER


Einhändiger Korbwurf meist mit Hilfe des Brettes aus einer schnellen Bewegung zum Korb. Einbeiniger Absprung für Rechtshänder mit dem linken Fuß (Linkshänder entsprechend mit rechtem Fuß). Nach der Annahme des Balles aus dem Dribbeln oder nach einem Zuspiel können noch zwei Bodenberührungen erfolgen (zwei Kontakte).









letztes Dribbling wenn linker Fuß vorne ist

dann noch  rechts einen Schritt

und links abspringen

 


SPRUNGSTOPP

(Ein-Kontakt-Stopp)





Absprung: (z.B.) links


Landung: gleichzeitig mit paralleler Fußstellung


 


SCHRITTSTOPP (Zwei-Kontakt-Stopp)







Absprung: (z.B.) links


Landung : nacheinander


rechts (1) – links (2)


STERNSCHRITT






Spielbein kann beliebig oft versetzt werden. Standbein ist wie „angenagelt“, darf aber am Boden mitdrehen. Als Schutz kann der Ballbesitzer Sternschritte machen, sowohl vor als auch nach einem Dribbling. Beim Sprungstopp kann das Standbein frei gewählt werden, beim Schrittstopp gilt das zuerst aufgesetzte Bein immer als Standbein.

 


VERTEIDIGUNG







Grundstellung


Hände nach vorne


Handflächen nach oben


Knie leicht gebeugt


Füße parallel, schulterbreit auseinander


Fersen nicht am Boden


Dribblerverteidigung







mit schnellen Beistellschritten zurückweichen


 


Wurfverteidigung






Wenn der Angreifer aufhört zu dribbeln und werfen will, gehe nah heran und störe durch Heben eines Armes !

Paßwegverteidigung








Hand in den Paßweg mit anderer Hand tasten, wo der Angreifer steht
Stellung zwischen Ball und Angreifer (nicht festhalten) ( = Paßweg schließen)


VII. Vereinfachte Regeln


Bei dem nachfolgenden Regeln handelt es sich um eine starke Vereinfachung der offiziellen Basketballregeln, ohne hierbei das Ziel dieser Sportart aus den Augen zu verlieren. Da das Gesamtregelwerk sehr umfangreich und kompliziert ist, empfiehlt es sich, mit dieser Vereinfachung zu beginnen und dann je nach Lernfortschritt der Gruppe weitere Regeln einzuführen bzw. zu ergänzen.


Spielidee


Basketball wird von zwei Mannschaften mit 5 Spielern und bis zu 5 Ersatzspielern ausgetragen. Ziel ist es, den Ball von oben in den Korb des Gegners zu werfen und dies bei dem eigenen Korb zu verhindern, ohne dabei zu foulen. Zu Spielbeginn wird im Mittelkreis des Spielfeldes ein Hochball (Sprungball) zwischen je einem Spieler beider Mannschaft durchgeführt.


Foulspiel


Nach jedem Foul bekommt die gefoulte Mannschaft einen Einwurf von der Seitenlinie in Höhe des Tatorts. Ein Spieler, eine Spielerin scheidet mit dem 5. Foul aus, muß dann ausgewechselt werden und darf in diesem Spiel nicht mehr aufs Feld zurück.


Es gibt im Basketball keine Vorteilsregel!














„Schlagen“


„Rempeln“


„Beleidigen“


Regelübertretungen


Eine Regelübertretung im Basketball ist eine unerlaubte Art und Weise, sich mit dem Ball fortzubewegen bzw. den Ball zu spielen. Später kommen hier noch verschiedene Zeitregeln (z.B. 24 Sekunden für einen Angriff) oder das Rückspiel hinzu, was aber gerade im Minibasketball keine Bedeutung hat. Bei einer Regelübertretung erhält die andere Mannschaft einen Einwurf von der Seitenlinie in Höhe des Tatortes.











„absichtliches Fußspiel“ „Laufen mit Ball“

Dribbeln mit beiden Händen gleichzeitig“




„Doppeldribbling“
( Dribbeln, dann den Ball festhalten und wieder dribbeln )


Schiedsrichterzeichen


Im Basketball leiten zwei Schiedsrichter gemeinsam ein Spiel. Die Schiedsrichterzeichen signalisieren den Spielern und Zuschauern, was gerade gepfiffen wurde (Foul, Schrittfehler, Dribbelfehler, etc.). Auch hier nur die für den Minibasketball wesentlichen Zeichen, von denen es normalerweise noch einige mehr gibt.












„Dribbelfehler“


„Schrittfehler“


„Spielrichtung“












„Foul“


 „Korberfolg“


 


VIII. Literaturhinweise


1) DEUTSCHER BASKETBALL BUND


„Alle spielen Mini – Basketball“


Bartels & Wernitz KG Verlag, Berlin, München, Frankfurt am Main 1978


2) DEUTSCHER BASKETBALL BUND


„Spiel doch Basketball“


Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft mbH, Bremerhaven 1993


3) VOGT, URSULA


„Minibasketball in der Schule und im Verein“


Hofmann, Schorndorf Verlag, 1986


4) VOGT, URSULA


„Basketball für Kinder und Jugendliche – Ziele, Vermittlungsmodelle und pädagogische Prinzipien“


Sport Praxis Heft 6, 1990


5) KAROß, SABINE; KÖNIG, KERSTIN; SIMSHÄUSER, HELMUT


„Handbuch – Vielseitige sportartübergreifende Grundausbildung“


Hessisches Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS), Wiesbaden 1994