Basketball Co@ches Corner

von Günter Steppich

Transition Offense – Fastbreak – 2

FASTBREAK (SCHNELLANGRIFF)

Der Schnellangriff ist ein sehr einfaches und erfolgreiches Angriffsmittel, um leichte Körbe zu erzielen, er macht Spaß und frustriert den Gegner. Die Verteidigungsform des Gegners spielt keine Rolle, weil der Angriff abgeschlossen wird, bevor sich die Verteidigung formiert hat. Es gibt viele verschiedene Arten, ihn zu spielen, je nach Mannschaftszusammensetzung und „Philosophie“ des jeweiligen Trainers. Alle Fastbreakkonzepte haben jedoch eines gemeinsam: Schnellangriff ist Einstellungssache, er funktioniert nur, wenn alle Spieler ihn spielen wollen, und wenn alle genau das tun, was sie tun sollen. Der Fastbreak beginnt spätestens mit dem Rebound, bzw. mit dem schnellen Einwurf nach gegnerischem Korberfolg, die wichtigste Grundlage ist allerdings eine aggressive Defense, die den gegener zu Ballverlusten und schlechten Würfen zwingt..

 

Fastbreak kann man immer spielen, nach Rebound, Ballgewinn, Feldkorb und Freiwurf. Voraussetzung ist, wie bei der Defense, der unbedingte Wille zum Tempospiel! 5 Spieler sprinten nach vorne, man muss den Gegner zum Mitrennen zwingen und so das Tempo diktieren. FASTBREAK MACHT SPASS und frustriert die Defense. Ein Angriffskonzept, das auf Fastbreakspiel setzt und so das Tempo forciert, kommt auch schwächeren Spielern entgegen, die in der Set-Offense Probleme haben. Das hebt die Stimmung im Team und bringt konditionelle Vorteile gegenüber einem Gegner, der überwiegend auf Set-Offense setzt und weniger Gebrauch von seiner Bank macht.

Grundregeln des Fastbreaks:

– Passe zum nächsten freien Mann nach vorne. Passen hat Priorität vor Dribbeln!!!

 

– der Ball muß so schnell wie möglich nach vorne

– der vorderste Spieler bekommt den Ball

– Passen ist besser (weil schneller) als Dribbeln

– alle Spieler sprinten nach vorne.

Fastbreak kann man immer spielen, nach Rebound und auch nach gegnerischem Korberfolg. Jeder muß genau wissen, was er zu tun hat, und das muß er blitzschnell tun; die Zehntelsekunde, die Du schneller schaltest als Dein Gegenspieler, kann über Erfolg oder Mißerfolg des ganzen Angriffs entscheiden. Das ausgeklügeltste System funktioniert nicht, wenn Du gemütlich nach vorne trabst.

Fastbreak-Konzepte:

Der Fastbreak lässt sich in drei Phasen einteilen:

Phase 1: Zwei Spieler in den Außenspuren und einer in der Mittelspur versuchen in der 1. Welle eine Überzahl herzustellen und diese mit einem Nahdistanzwurf abzuschließen

Phase 2: die beiden anderen Angreifer folgen als Trailer (wörtlich „Hänger“) in einer 2. Welle und suchen durch aggressive Cuts zum Korb einen schnellen, einfachen Abschluss. Bei entsprechendem Spielerpotential kann die 2. Welle auch von der Dreierlinie abschließen, dann müssen Reboundoptionen eingeplant werden.

Phase 3: Early Offense. Man versucht durch genau festgelegte Cuts und Blocks auch nach erfolgloser 2. Welle schnell mit einer guten Wurfmöglichkeit abzuschließen.

Es gibt nur zwei grundlegende Spielkonzepte für den Fastbreak. Welche Variante du mit deinem Team spielen kannst, hängt von den Fähigkeiten der Spieler ab.

  1. Der Nummern-Fastbreak: Hier sind die Aufgaben und Rollen genau festgelegt. Der Playmaker bekommt immer ersten Paß (Outlet), die Spieler 2 und 3 laufen die Seitenspuren, der Rebounder spielt Safety/2. Tailer, der andere Center ist 1. Trailer. Dieses Konzept lässt sich relativ leicht und schnell einstudieren, es ist aber auch leicht zu durchschauen und entsprechend einfach zu bekämpfen. Knackpunkt ist dabei die Bekämpfung des Outlets.
  2. Der improvisierte oder „Cascading Fastbreak“, bei dem es auf Vielseitigkeit, Flexibilität und Kreativität aller Spieler ankommt. Er ist zwar schwieriger zu erlernen, dafür aber auch schwerer zu bekämpfen.

Dabei gelten folgende Regeln:

a. Jeder blockt seinen Mann aus! Der REBOUNDER wird immer zum zweiten Trailer=SAFETY

b. Es gibt immer ZWEI OUTLET-Optionen:

– primär: zur Reboundseite, Schnittpunkt verlängerte Freiwurflinie mitDreierlinie (ruft: „BALL“)

– sekundär: zur Mitte, auf der Dreierlinie (ruft: „MITTE“)

– Zwei der Spieler 1, 2 oder 3 bieten sich immer für diese Outlets an. Wir wollen mit zwei Pässen an der Mittellinie sein, also: erster Paß zur Seite >zweiter zur Mitte, und umgekehrt. Wichtig: ist nach Seitenoutlet der Mittelmann gedeckt, sprintet dieser zur Mittellinie in die Spur des Ballbesitzers um dort angespielt zu werden, der Paßgeber kreuzt dann in die Mittelspur

– Ist der zweite Paß nicht möglich, wird der Ball mit vollem Tempo nach vornegedribbelt, egal in welcher Spur. Bleibt der Dribbler in seiner Spur, halten alle anderen ebenfalls die Spur; wechselt er in die Spur eines anderen Spielers, so kreuzt dieser in die freiwerdende.

c. Sind die Outlets besetzt, bleiben noch zwei Spieler übrig, die sich ein Wettrennen um die noch freie Außenspur liefern. Der Sieger sprintet mit Vollgas nach vorne, der „Verlierer“ wird zum ERSTEN TRAILER.

d. Wir schließen nie in Unterzahl ab!

e. Beispiel für einen erweiterten Fastbreak/early offense:
Bietet sich der ersten 3er-Welle keine gute Möglichkeit, bringen wir den Ball auf eine Flügelposition. Der ersteTrailer schneidet hart ZUM BALL in die Zone. Wird er nicht angespielt, dreht er ab zur Weakside und stellt dort einen Rückblock auf den Flügelspieler. Danach rollt er ab auf die Freiwurflinie. Der zweite Trailer schneidet in seinem Sog in die Zone/zum Korb und geht ins Posting-up, wenn er beim Cut nicht den Ball bekommt.

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