Basketball Co@ches Corner

von Günter Steppich

Bodenpass, Einführung

Name: Lars Dölling
Anschrift : Im Eichholz 7
53819 Neunkirchen
Telefon: 02247 / 92 27 47
0177 / 31 35 382

Lehrprobenentwurf zur Trainer – C – Prüfung

am 03.10.2002 in Leverkusen

Thema der Lehrprobe:

Einführung des beidhändigen Bodenpasses aus dem Stand

( Erwerbstraining )

 

 

I. Voraussetzungen:

Die zu planende Trainingseinheit ist mit 90 min. festgelegt, die Trainingsgruppe besteht aus 12 Spieler, dessen individuelles Können mir unbekannt ist. Da es sich um eine in der NRW-Liga spielende U16-Mannschaft handelt, setze ich den Erwerb von direkten Brustpässen aus dem Stand und aus dem Laufen bereits voraus.

Als materielle Voraussetzungen stehen mir 2 Körbe, ausreichend Bälle, ein Taktikboard und eine Pfeife zur Verfügung.

II. Ziele:

Ziel ist der Erwerb des beidhändigen Bodenpasses aus dem Stand.

Das Ziel ist stark abhängig von dem individuellen Können der Spieler.

Sollten die individuellen Fertigkeiten nicht wie erwartet vorhanden sein, werden die ersten Übungen des Hauptteils zeitaufwendiger.

Sollten die Spieler mit dem Thema bereits vertraut, und damit eine Unterforderung erkennbar sein, werde ich die Übungen zur Korrekturmöglichkeit durchführen.

Falls keine Fehler mehr erkennbar sein sollten, werde ich die Intensität des Trainings erhöhen und ggf in das Anwendungstraining des indirekten Brustpasses (auch aus dem Laufen) übergehen.

III. Sachanalyse:

Der indirekte Brustpass

Ein entscheidendes Kriterium, in dem sich ein guter Basketballspieler beweisen muss, ist zweifelsohne das des Passens. Gute Passgeber können ein Spiel beeinflussen, ohne selbst auch nur einen einzigen Punkt gemacht zu haben.

Was macht einen guten Pass aus dem Stand aus? Zum einen sollte man sicherlich über die nötige Kraft verfügen, um die Distanz ohne größere Probleme bewältigen zu können. Dann sollte mit der größtmöglichen Präzision gepasst werden, und der Passempfänger muss natürlich aufmerksam sein (Blickkontakt).

Sollte sich der Passempfänger bewegen, erhöht sich die Schwierigkeit natürlich. Das heißt, dass man beachten muss, dass sich der Empfänger während des Passes noch bewegt.

Einzig das Passen und Fangen würde im Basketball jedoch noch kein Problem darstellen, wenn nicht die Defense vorhanden wäre, die großen Bedacht darauf legt, sich den Ball so schnell wie möglich anzueignen.

Aus diesem Grund entwickelten sich im Basketball die verschiedensten Passvarianten, die sich u.a. in der Härte, im Winkel und natürlich im Bewegungsablauf des Passgebers unterscheiden, um die Verteidigung zu überspielen und die eigenen Teamkameraden so optimal wie möglich einzusetzen.

Der Bodenpass ist im Bewegungsablauf dem Brustpass gleichzusetzen und gehört damit in der Sachanalyse zum allgemeinen Passen und Fangen, einer grundlegenden Individualtaktik.

Da es sich bei Basketball um ein Mannschaftssport handelt, ist die Realisation der Zielhandlung – der erfolgreiche Korbwurf – vom Zusammenspiel aller Spieler abhängig.

Der Bodenpass ist in der Regel dann anzuwenden, wenn ein Verteidiger im Raum steht und der Pass auf Brusthöhe zu riskant ist.

Nur ein perfektes Passen (und Fangen) kann den Ball schnell genug in die günstigste Position, sprich zum unbedrängtesten Spieler bringen.

IV. Technikbeschreibung

Der Ballbesitzer steht in der schon bekannten SPD-Stellung (der Spieler muss jederzeit bereit sein zu Schießen, zu Passen oder zu Dribbeln). Die Haltung ist hierbei leicht gebeugt, mit paralleler, schulterbreiter Fußstellung. Die Fußspitzen zeigen nach vorne, das Gewicht wird gleichmäßig auf die Fußballen verlagert (Fersen leicht vom Boden abgehoben). Die Kopfhaltung ist aufrecht, der Blick aus Gründen der Übersicht nach vorne gehalten. Um Missverständnisse mit dem Fänger zu vermeiden, ist Blickkontakt zwingend erforderlich.

Der Ballkontakt erfolgt beidhändig mit gespreizten Fingern (ohne Berührung der Handflächen). Die Hände liegen seitlich vom Ball, die beiden Daumen zeigen so zu einander, dass sie mit den beiden Zeigefingern ein ‚W’ bilden.

Der beidhändige direkte und auch indirekte Brustpass wird von der eigenen Brust auf die Brust des Fängers gespielt, und wird durch eine L-förmige Bewegung beschrieben.

Der Ball wird aus der üblichen Position am linken oder rechten Hüftknochen Richtung Brustbein hochgeführt. Dabei werden die Ellbogen nach außen gedreht, so dass die Fingerspitzen hinter den Ball kommen und zueinander zeigen. Durch Streckung der Arme, Streckung der Handgelenke, und seitliches Abklappen der Handgelenke (das man auch ‚Brechen’ nennt) wird der Ball mit möglichst hoher Geschwindigkeit vom Körper wegkatapultiert.

Bei dem indirekten Brustpass erfolgt die Streckung der Arme nicht horizontal, sondern leicht nach unten geneigt, so dass der Ball nach etwa 2/3 der zu bewältigenden Strecke den Boden berührt.

Beherrscht man diese Art von Pass, so kann man dem Ball noch Spin geben, so daß man die Strecke bis zum Bodenkontakt variieren kann.

Der Passgeber muss wissen, mit welchem Reflexionswinkel der Ball nach dem Bodenkontakt wieder dem Fänger entgegenkommt. Dementsprechend schwierig ist der Bodenpass auch zu verteidigen, da er schwer zu berechnen ist. Außerdem befinden sich die Arme der Verteidiger großteils oben, um mögliche Würfe blocken zu können. Ein schneller Pass knapp am Bein vorbei, ist demnach schwierig zu stoppen.

V. Methodik:

Im Hauptteil verfahre ich nach dem methodischen Grundsatz

des progressiven Teillernens, d.h. die neuen Teile werden im Trainingsprozess immer sofort mit dem vorhergehenden verknüpft.

Das Trainingsziel soll auch durch die methodischen Grundsätze

„vom Leichten zum Schweren“,

„vom Bekannten zum Unbekannten“ erreicht werden.

Der Grundsatz „vom Einfachen zum Komplexen“ findet hier keine Anwendung, da ich den Erwerb von indirekten Brustpässen nicht in komplexen Übungsformen schulen werde.

VI. Intensität:

Die Intensität des Trainings ist relativ gering gehalten, da es sich um Trainingserwerb handelt, und sich der auch auf das Passen aus dem Stand beschränkt.

Ich werde die Intensität lediglich durch Hinzunahme der Fußarbeit erhöhen.

VII. Übungen :

Die Dauer der Trainingseinheit beträgt 90 min.

Diese Einheit ist in drei Abschnitte unterteilt:

I. Phase Aufwärmen, Stretching 30 min

II. Phase Hauptteil 50 min

III. Phase Cool Down 10 min

Die I. Phase, auch vorbereitender Teil genannt, dient zur optimalen Einstellung des Sportlersauf die physischen und psychischen Anforderungen, später im Berufsleben auch zum Abschalten vom Alltag.

Im Hauptteil verfahre ich nach dem methodischen Grundsatz des progressiven Teillernens, d.h. die neuen Teile werden im Trainingsprozess immer sofort mit dem vorhergehenden verknüpft.

Hier baut der eigentliche Pass auf die richtige Haltung des Balles und eine entsprechende Körperhaltung auf.

Im Abschließenden Cool Down wird die Erholungsphase eingeleitet, mit der die Regenerationszeit verkürzt wird. Durch das Auslaufen und Stretching sollen z.B. die Reduktion des Laktatwerts und die Beruhigung des Organismus.

Warm up

Ø Ballhandling – Im Stand diverse Übungen für das Ballgefühl

– Ball zwischen den Fingerspitzen hin und her tippen

– Ball um die Hüfte kreisen (beide Richtungen)

– Ball in einer ‚8’ um die Beine führen (beide Richtungen)

Ø Passen und Bewegen

Jeweils drei Spieler mit einem Ball stellen sich so auf, dass eine Position im Viereck frei bleibt. Der Ball befindet sich rechts von der freien Position, und wird auch nach rechts weitergepasst. Die Person, die gepasst hat, bewegt sich nun nach links auf die freie Position.

So bewegen sich die Spieler gegen die Passrichtung vom Ball.

Wichtige Punkte, auf die geachtet werden muss:

– Blickkontakt

– sowie als Passgeber als auch als Passempfänger auf die Ausrichtung achten (Fußarbeit).

– Nicht im Laufen passen, sondern den Ball im Stand annehmen und auch weiterpassen

 

 

Ø Pass-Layup-Continuum

Die Übung wird mit jeweils sechs Spieler und 2 Bällen an einem Korb ausgeführt.

Es befinden sich drei Personen im rechten Corner, die ersten beiden haben je einen Ball. 2 Spieler stehen auf der rechten Flügelposition, eine befindet sich auf der Aufbauposition.

Nachdem der erste Spieler gepasst hat, läuft er diagonal zur Aufbauposition.

Nach halber Strecke fordert er den Ball zurück.

Nachdem er den Ball im Stand erhalten hat, passt der Spieler wie abgebildet weiter und folgt seinem Pass.

 

Der Spieler von der Flügelposition begibt sich nach seinem Pass zur Zonenrandgrenze, wo er den Ball wiederbekommt und nun einen Korbleger rechts macht.

Nach eigenem Rebound passt er in den Corner und stellt sich auch dort an.

Der Passgeber von der Aufbauposition läuft zur Flügelposition.

Alle Spieler rotieren nach entsprechender Aktion also gegen den Uhrzeigersinn.
Stretching

Ich führe das Stretching in dem Alter allgemein durch, um den Eindruck zu vermitteln, daß Stretching ein fester Bestandteil des Trainings ist.

Hauptteil

Ø Demonstration / Erklärung

Ich werde den Spielern anfangs erklären, was ein Bodenpass ist, die wichtigsten Merkmale mit Hilfe von Kyewords erklären und einen technisch richtigen Bodenpass demonstrieren.

Ø Ball rollen und aufnehmen

Zwei Spieler stehen sich in etwa 3m Abstand gegenüber.

Sie rollen sich den Ball zu und nehmen ihn mit richtiger Fingerhaltung auf (Keyword ‚W’).

Ø Ball übergeben

Die beiden Spieler aus vorangegangener Übung stellen sich so gegenüber auf, dass sie sich bei ausgestreckten Armen berühren könnten.

Wir kommen nun zur Armstreckung, die ein wesentlicher Teil des Passes ist. Die Spieler

 

Ø Passen und Bewegen

Hier nehme ich eine bekannte Übungsform (Warm-Up), und verbinde sie mit der neu erworbenem Pass.

Nochmals die Beschreibung:

Jeweils drei Spieler mit einem Ball stellen sich so auf, dass eine Position im Viereck frei bleibt. Der Ball befindet sich rechts von der freien Position, und wird auch nach rechts weitergepasst. Die Person, die gepasst hat, bewegt sich nun nach links auf die freie Position.

So bewegen sich die Spieler gegen die Passrichtung vom Ball.

Wichtige Punkte, auf die geachtet werden muss:

– Blickkontakt

– sowie als Passgeber als auch als Passempfänger auf die Ausrichtung achten (Fußarbeit).

– Nicht im Laufen passen, sondern den Ball im Stand annehmen und auch weiterpassen

Ø Spiel 5-5 mit Auflagen

Die Spielerinnen dürfen nicht dribbeln, sondern nur passen.

Erlaubt sind nur Bodenpässe aus dem Stand, in korbgefährlicher Position nach dem Ausrichten in SPD-Stellung.

Ø Freies Spiel 5-5

Verlaufsplan:

Zeit

Summe

                laufende

Warm up

5’

5’

Ballhandling
12 Bälle

10’

5’

Passen und Bewegen
4 Bälle

20’

10’

Pass – Layup Kontinuum

 

2 Körbe, 4 Bälle

30’

10’

Stretching
Hauptteil

35’

5’

Demonstration/Erklärung
1 Ball

38’

3’

Ball rollen – aufnehmen
6 Bälle

40’

2’

Pause

50’

10’

Spiel 5-5 mit Auflagen
1 Ball

60’

10’

Freies Spiel 5-5
1 Ball
Cool Down

70’

10’

Auslaufen und Dehnen

 

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