Basketball Co@ches Corner

von Günter Steppich

Durchbruch mit Crossover

© Basketball Coaches Corner

Lehrprobenentwurf zur C-Trainer- und Fachübungsleiterausbildung

Trainerlehrgang CA 199 HE
 28.07.1999

von Burkhard Hahn
Tannenweg 16
35418 Buseck

Thema: Einführen des Durchbruchs bei der Spielsituation 1 gegen 1 mit CROSS-OVER nach Ballerhalt in der Bewegung

Zielgruppe: C-Jugend männlich oder weiblich
I. Ziele der Trainingseinheit

Ziel der Trainingseinheit ist es, seinen Gegenspieler im Zweikampf 1 gegen 1 zu schlagen. Dies soll mit einen Durchbruch, verbunden mit einem Kreuzschritt nach einem Ballerhalt in der Bewegung, erreicht werden. Erlernt werden soll die richtige Cross-Over Bewegung unter Beachtung einer guten Balance nach dem Ballerhalt.

II. Sachdarstellung

Das Spiel 1 gegen 1 gehört zu den elementaren Angreifertechniken. Gerade bei Angriffen gegen Mann-Mann-Verteidigung, wo jedem Angreifer ein Verteidiger fest zugeordnet ist, besteht das Ziel des Ballbesitzers darin, seinen Gegenspieler im Zweikampf 1 gegen 1 zu schlagen und an ihm vorbeizuziehen.

Beim Spiel 1 gegen 1 liegt die Initiative beim Angreifer. Durch den Ballbesitz ist er in der agierenden Rolle.

Gute Verteidiger versuchen jedoch durch geschicktes Täuschen die Initiative zu übernehmen und den Angreifer in eine passive, reagierende Position zu manövrieren.

Soziologisch betrachtet bildet die Basketballmannschaft eine Kleingruppe. Mit dem Begriff Gruppentaktik wird diese Kleingruppe noch einmal unterteilt. Das Spiel 1:1 ist demnach die kleinste planbare Einheit, eine Spielsituation zu schaffen, die zum Erfolg führen soll. Die Übergänge zwischen Individual- und Gruppentaktik sind jedoch fließend.

Das Spiel 1:1 kennt zunächst keine Partner, sondern nur Gegenspieler. Der Verteidiger hilft dem Angreifer und umgekehrt, alle Mittel des individuellen Spiels zu erproben, verbessern und zu stabilisieren. Die Stabilisation des Spiels 1:1 bildet die taktische Grundlage der komplexeren Formen des Zusammenspiels. Das Spiel 1:1 setzt somit die taktische Einsicht voraus, dass bestimmte Situationen den Mitspieler notwendig machen, dass dieser in anderen Situationen hingegen passiv bleibt. Die individuelle Spielhandlung wird immer vom mannschaftlichem Spiel mitbestimmt.

Der Cross-Over ist dabei eine Möglichkeit das Dribbling zu beginnen, es wird dabei entweder rechts oder links am Verteidiger vorbeigezogen. Beim Aufsetzen des Balles mit der rechten Hand nimmt man den linken Fuß vor und bringt somit seinen Körper zwischen Ball und Verteidiger. Bei Dribbelbeginn links ist es genau umgekehrt. Voraussetzung ist jedoch eine gute Balance in der SPD-Position mit einer Schuß-, Dribbel-, oder Paßtäuschung.

Das Ziel des Cross-Over ist es am Gegner vorbeizuziehen:

„Lesen“ der Verteidigung

Das vordere Bein des Gegners wird angegriffen.

Der Körperschwerpunkt ist tief zu halten.

Der erste Schritt sollte schnell erfolgen und den Gegner überraschen.

Der freie Arm sollte zu Schutz des Balles eingesetzt werden.

Der Korb und die Mitspieler sind im Auge zu behalten.

 


III. Didaktische Überlegungen

 

Die Übungsreihe wird mit allen Spielern durchgeführt, also mit Center, Flügel- und Aufbauspielern.

 

Vorausgesetzt wird, dass die Spieler sicher passen, fangen und dribbeln können. Erst durch eine gute Grundausbildung ist ein gutes Zusammenspiel möglich. Die Grundlagen sind geschult, Ballgefühl, Ballbehandlung, peripheres Sehen, Antizipation und Timing sind Fähigkeiten, die von den Spielern verlangt werden. Ziel einer Trainingseinheit muß es sein diese Fähigkeiten durch geeignete Übungen schrittweise zu fördern. Der Prozeß der Umsetzung wird sich individuell und differenziert entwickeln.

Da viele Jugendliche das Basketballspiel im unterschiedlichen Jugendalter beginnen kann man damit rechnen, dass der Stand im Technikbereich unterschiedlich ist. Gerade für die C-Jugend ist

eine gute technische Ausbildung von primärer Bedeutung, so dass der Trainer besonders auf die individuelle Aufarbeitung der vorhandenen Defizite zu achten hat.

Der Lehrer/Trainer muß daher für das Training immer Ziele und Aufgaben setzen, die die korrekte Technik und dabei besonders Konzentration, Vorstellungskraft, Schnelligkeit, Kraft und Streß

(Gegner wie Mitspieler) berücksichtigen. Folgende Formen und Merkmale sollte ein Training beinhalten:

Imitations – Training: Der Spieler macht alle Cross-Over Bewegungen links und rechts, ohne Gegner und imitiert die gesamte Bewegung.

Einzeltraining: ein Spieler steht vor der Fahne und beginnt das Dribbling mit einem Cross-Over aus dem Stand, stets links-rechts .

Zweiertraining mit Positionswechsel: Dribbler geht an der Seite vorbei, die der Verteidiger bestimmt; besonders die Fußarbeit muß beachtet werden.

Einbau einer halbaktiven Verteidigung: Passer geht hinterher und macht leichten Druck auf den Angreifer.

Wettbewerbsähnliche Formen: z. B. muß jeder 10 Schüsse nach Cross-Over mit vorhergehnder Täuschung machen, Treffer werden gezählt;

 

Es sind natürlich noch verschiedene andere Formen denkbar. Wesentlich ist, daß der Spieler ein Ziel hat, sei es korrekte Beinarbeit oder Wettbewerb usw.


IV. Methodische Überlegungen

Grundsätzlich gilt, dass wir vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten und vom Einfachen zum Komplexen gehen. Die Gestaltung der Übungsreihe richtet sich nach dem Könnenstand der Übungsgruppe, danach entscheidet sich, ob die einzelnen Übungsformen ohne, mit halbaktivem oder aktivem Verteidiger durchgeführt werden. Für die Dauer der Übungen gilt das gleiche. Das Weitergehen zu einer komplexeren Form kann erst erfolgen, wenn die vorhergehende Übung beherrscht wird. Feste Zeiten für die Übungen können nicht eingeplant werden und es wäre auch nicht sinnvoll, die geplante Trainingseinheit egal wie durchzuziehen, ohne auf den Lernfortschritt der Trainingsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Man sollte immer ein paar Übungen mehr parat haben, um sich der Situation besser anpassen zu können. Übungen die nicht durchgeführt werden, können in der nächsten Trainingseinheit geübt werden.

Die methodische Aufschaltung erfolgt in folgenden Schritten:


Vereinfachte, konstante Bedingungen

z.T. als Vorübungen ohne Verteidiger; konstante Übungsform, Fähnchen als Hilfsmittel.

Variierende Bedingungen

zunächst ohne Verteidiger, Variieren von der Entfernung, Tempo, Beginn; Hinzunahme anderer Fertigkeiten, z. B. Dribbeln-Stoppen-Werfen.

Spielnahe Bedingungen und Situationen

Hinzunahme eines passiven Verteidigers, z. B. Störungen mit den Armen, dann halbaktiver Verteidiger, Hinzunahme weiterer Fertigkeiten, z. B. Fintieren-Dribbeln-Sprungwurf-Korbleger.

Erschwerte Bedingungen

Cross Over gegen aktiven Verteidiger, Dribbeln, Korbleger, Würfe unter besonderer Belastung, z. B. nach Sprints und Sprüngen, gegen großen, starken Verteidiger.

Spielgerechte Situationen und Spiel

gegen aktiven Verteidiger im Spiel 1-1, 2-2, 3 – 3, z. B. ein Aufbauspieler, ein Flügelspieler und ein Center, die nur auf einer Korbseite spielen und werfen; gegen aktive Verteidiger im Spiel 5 – 5.

V. Verlaufsplan

 

Nr.


Übungen


Zeit


Hilfsmittel.

 

  Aufwärmen/Einstimmteil    

1a

Lockeres Laufen durch eine Basketball Spielfeldhälfte, beim Treffen eines Mitspielers springen und abklatschen.

3 min

 

2a

Anlaufen an den Korb mit Korbleger links und rechts kombiniert mit Zuspiel aus dem Anlauf.

5 min

 

3a

KSÜ, für mich als Geschädigter sollte in jeder Trainingseinheit mindestens 2 verschiedenen Übungen durchgeführt werden.

2 min

 

4a

Dehnung über 10 und unter 15 sek (Kopf,Rumpf,Arme,Beine)

7 min

alle 4 Funktionskreise

 

Hauptteil    

1h

Alle Spieler haben einen Ball, werfen ihn sich vor und beginnen ein Dribbling mit Cross Over, zuvor abstoppen mit Ein-, oder Zweikontaktstopp

5 min

Fehlerkorrektur

2h

Stange in Höhe Freiwurflinie, Dribbelbeginn mit Cross-Over

3 min

Fehlerkorrektur, rechts und links beginnen

3h

Nicht aktiver Verteidiger/Trainer kommt hinzu und bestimmt die Seite an der der Angreifer vorbeigeht

2 min

wie 2h

4h

Wie 3h jedoch mit Täuschung (Pass-, Wurf-, Dribbeltäuschung)

5 min

SPD-Position beachten und erklären, Balance kontrollieren

5h

Halbaktiver Verteidiger kommt hinzu, passt den Ball und gibt die Seite an, an der vorbeigegangen wird

3 min

Ballerhalt noch im Stehen, SPD Position beachten,
keine Schrittfehler

6h

wie 5h, Verteidiger wird agressiver, Passgeber kommt hinzu der die Pässe von außen in der Bewegung gibt

3 min

Fehlerkorrektur, rechts und links üben!!! Geschwindigkeit erhöhen

7h

Crossover-penetration

4 min

Fehlerkorrektur

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