Basketball Co@ches Corner

von Günter Steppich

Korbleger mit der schwachen Hand, Einführung


Lehrprobenentwurf


für die FÜLTC-Ausbildung 2.95
vom 17.07.95 bis 23.07.95
in der Sportschule Kaiserau
Lehrgangsleiter: Michael Rosenthal


Thema: Einführung des Korblegers (auf der schwachen Hand)


Referent: Marc Gennat
Praktische Prüfung: 24.09.1995


 


1. Einordnung des Themas/ Sachanalyse


Das Thema ist die Einführung des Korblegers auf der schwachen Hand. Zuerst möchte ich allgemeine Bemerkungen zum Korbleger (engl. lay up) machen.


Mit dem Korbleger ist der Abschluß eines Schnellangriffes oder eines Ziehens zum Korb gemeint. Hierbei wirft der Basketballspieler einhändig nach einem einbeinigen Absprung aus nächster Entfernung auf den Korb. Durch die kurze Wurfentfernung (bis 1 m) zeichnet sich der Korbleger durch eine hohe Trefferquote aus.


Der Korbleger gehört zu den Grundferitgkeiten eines Basketballspielers. Deshalb zählt das Erlernen des Korblegers zur elementaren Grundausbildung jedes Basketballspielers. Die Einführung des Korblegers sollte daher bei Kindern in die Phase fallen, wo mit der Einführung sportartspezifischer Techniken begonnen wird (ca. 8 Jahre). Allgemein sollte der Korbleger immer im Anfängerstadium eigeführt und forciert geschult werden.


Die Grundwürfe des modernen Basketball beinhalten auch den Korbleger. Weiterhin zählen zu den Grundwürfen der (einhändige) Positionswurf/Standwurf, der (einhändige) Sprungwurf und der Hackenwurf. Im Mini- und Mädchenbasketball kann man noch den beidhändigen Standwurf mit anführen.


 


Der Korbleger auf der schwachen Hand sollte allerdings erst dann eingeführt werden, wenn der Korbleger auf der starken Hand gesichert und in gewisser Weise automatisiert ist. Denn sonst könnte es bei den Anfängern zu Verwirrungen zwischen den beiden Korblegern kommen.


 


Der Korbleger auf der schwachen Hand ist von großer individualtaktischer Bedeutung beim 1-1. Denn durch ihn kann ein Angreifer erst variabel spielen. Sein Angriff ist nicht <rechtslastig>, wodurch der Verteidiger mehr gefordert wird und der Durchbruch zum Korb eher erreicht wird. Wie man sieht, ist die Beherrschung des Korblegers auf beiden Händen wichtig, denn nur so ist man eine <richtige> Bedrohung in Augen des Verteidigers.


 


2.1. Voraussetzungen der Gruppe


 


Die Gruppengröße beträgt 10 Personen. Das Alter der Teilnehmer ist im D-Jugend-Alter. Die Teilnehmer haben den Korbleger mit der starken Hand schon automatisiert. Desweiteren beherrschen sie die altersbedingte Technik, wozu Dribbeln (rechts wie links), Handwechsel, Passen und Fangen gehört. Ich gehe davon aus, daß 2 Spieler Linkshänder sind und daß die Gruppe in ein Strechtingprogramm eingeführt worden ist.


 


 


 


2.2. Organisatorische Voraussetzungen


 


Die Trainingseinheit findet in einer Halle mit 2 Stirnkörben und 2 Seitenkörben statt. Ballmaterial und Markierungskegel sind im ausreichenden Maße vorhanden, so daß die organisatorischen Voraussetzungen keine Wünsche offen lassen.


 


 


 


3. Methodische Vorgehensweise


 


Die Aufwärmphase enthält Übungen mit und ohne Ball. Die technischen Elemente Dribblen, Passen/Fangen, Korbwurf und der Zweierkontaktrhythmus sind für den Korbleger relevant und haben somit vorbereitenden Charakter. Weiterhin ist das Aufwärmen mit Ball eine Motivation für die Gruppe, ebenso sind dies auch Fangspiele im Mini- und D-Jugendbereich.


Ich habe bei der Planung der Trainingseinheit darauf geachtet, daß keine zu große Belastung am Anfang gegeben ist, denn für die Einführung einer Technik müssen die Spieler ausgeruht sein, um diese überhaupt aufnehmen zu können. Deshalb habe ich Elemente des Korblegers auf der schwachen Hand schon im Aufwärmen üben lassen.


Der Korbleger wird anhand einer methodischen Reihe, vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, geübt. Dabei habe ich folgende Schritte festgelegt:


 



1. Schritt: Einführung/Schulung des Standwurfes auf der schwachen Hand. Dies ist eine isolierte Übung des Wurfes, der hier aber in der Ganzheit gezeigt und geübt wird, also keine weitere Isolierung der Wurfbewegung. Der Standwurf an sich ist den Spielern schon bekannt.


2. Schritt: Schulung des Zweierkontaktrhythmus. Hier wird mit Ball gearbeitet, um später die Bewegung einfacher beim Korbwurf wiederholen zu können.


3. Schritt: Bei dem Korbleger mit einem Schritt und Absprung kommen die Elemente Wurf mit der schwachen Hand und Absprung mit dem Nicht-Sprungbein zusammen, was eine neue Bewegungserfahrung ist.


4. Schritt: Hier werden jetzt 2 Schritte ohne Dribbling mit anschließendem Korbwurf gemacht. Dies sind zwar Schrittfehler, aber ich sehe diese Übung als methodisch sinnvoll an. Wenn man die Spieler darauf aufmerksam macht, daß dies Schrittfehler sind, kann man sogar eine solche Bewegung im Spiel vorbeugen. Wichtig ist hier, daß die Spieler ein Rhythmusgefühl entwickeln und einen räumlichen Eindruck vom Korbleger auf der schwachen Hand bekommen. Dies geht am besten, wenn man das Dribbling noch nicht dazu nimmt.


5. Schritt: Dies ist die logische Erweiterung des 4. Schrittes. Hier wird nämlich ein Dribbling zum Bewegungsauftakt gemacht.


6. Schritt: Hier wird jetzt das Dribbling mit der linken Hand mit dem Korbleger kombiniert. Dies ist fast schon der schwierigste Schritt, denn hier kommen auch noch dynamische Effekte zum tragen, neben den räumlichen und zeitlichen. Der Spieler lernt erst hier, eine horizontale Bewegung aus einem größeren Tempo in eine vertikale Bewegung umzusetzen. Deshalb werde ich am Anfang dieser Übung den Anlauf auch noch recht kurz halten, damit die Spieler noch größere Anlehnungspunkte an Schritt 5 haben.


7. Schritt: Der Korbleger nach Ballübernahme beinhaltet insoweit etwas neues, da der Spieler den Abstand von der Ballaufnahme zum Korb nicht selber bestimmen kann (durch Dribbling), sondern von anderen vorgegeben wird (Übergabe des Balles von einem anderen Spieler am Zonenrand). Mit diesem Schritt lernt der Spieler eine <Synkronisation> seiner Schritte mit dem Ort der Ballübernahme.


 


8. Schritt: Hier muß sowohl der Empfänger des Passes als auch der Paßgeber selber ein Timing entwickeln. Diese ist zwar immer noch eine isolierte Übung (ohne Gegenspieler), aber sie ist zumindest schon eine Vorübung zum Give-and-Go.


Der letzte Schritt dieser methodischen Reihe könnte schon eine spielnahe Schnellangriffssituation simulieren. Hier kommen wieder bekannte Elemente zusammen, nämlich die Ballannahme aus dem Lauf mit Korbleger, sowie dem langen Paß. Die zeitliche und räumliche Abstimmung ist hier wieder der Schwerpunkt der Übung. Dabei wird die Automatisierung des Korblegers immer weiter vorangetrieben, was letztendlich für das 1-1 sehr wichtig ist.


 


Während den Übungen korrigiere ich die Spieler bei individuellen Fehlern. Treten aber grundlegende Probleme bei verschiedenen Spielern auf, unterbreche ich die Übung, um dies kurz zu besprechen.


Sollten während der Lehrprobe Defizite erkennbar sein oder Themenkomplexe länger behandelt werden müssen, werde ich vom Verlaufsplan abweichen.


 


 


 


4. Entwurf der Trainingseinheit


 


Die Trainingseinheit gliedere ich in 3 Teile. Die 7 Phasen einer Trainingseinheit gemäß Basketball Handbuch (Kap. 8.3) halte ich hier für nicht sinnvoll. Die 3 Teile meiner Trainingseinheit sind:


 


– Einstieg / Aufwärmen 22 Minuten


– Hauptteil 62 Minuten


– Ausklang / Cool down 6 Minuten


 


 


5. Trainingsverlaufsplanung


 




































































































lfd.


Zeit


Zeit


Min.


Inhalt


Ziele/Intentionen


Organisation


 


3


3


Begrüßung, Vorstel-lung des T-Inhaltes


Einstimmung


lockere Aufstellung, verbal

 

3


Schrittkombinationen


Hopserlauf


Anregung des Herz-Kreislaufsystems und


Rhythmusschulung


Ganzfeld; kurze verbale Anweisungen

 

5


Dribbeln/Werfen mit einzelnen Aufgaben


Anregung des Herz-Kreislaufsystems


kurze verbale An-weisungen; 10 Bälle

 

4


Fangspiel mit besonderen Aufgaben


s.o./Motivation


Ganzfeld; 10 Bälle

 

7


Stretching


Dehnen und Kräftigen


individuell


 


27


5


Komplexübung


Wiedergewöhnung an dynamische Bewegung


Ganzfeld (Abb. 1);


4 Bälle; Tafel

 

3


Beschreibung des KL mit der schwachen Hand


Aufmerksam machen auf wichtige Punkte bei der Einführung


Aufstellung Nähe Point; verbal und vormachen

 

4


Standwurf mit der schwachen Hand


Schulung des Wurfes


alle 4 Körbe;


10 Bälle

 

3


Zweierkontakt aus Dribbling mit Ballhochwerfen


Schulung des Rhythmusgefühls und Bewegungsvorstellung


Ganzfeld; Übung parallel zur K-K-Linie; 10 Bälle (Abb. 2)


 


 


3


KL mit einem Schritt und Absprung


Schulung der Motorik


Automatisierung


alle 4 Körbe(Abb.3); 10 Bälle


 


43


3


KL m. zwei Schritten und Absprung


s.o.


alle 4 Körbe(Abb.3); 10 Bälle

 

3


Aufzeigen von häufi-gen Fehlern; Wh. KL mit Dribbling


Aufmerksam machen auf wichtige Punkte


Aufstellung Nähe Point; verbal und vormachen


 


 


3


KL nach einem Dribbling


Schulung der Motorik


Automatisierung


alle 4 Körbe(Abb.3); 10 Bälle


 


 


5


KL aus dem Dribbling


s.o.


alle 4 Körbe(Abb.4);


10 Bälle


 


58


4


KL nach Ballübernahme


s.o.


2 Körbe (Abb. 5);


4 Bälle; evtl. Tafel

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